Der krude Herbst 2021

 
Subjekt und Summe
Porträts von Bäumen und Menschen
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25.11. - 05.12.2021

Do-Sa 17:00-20:00

So 15:00-18:00
 

Vernissage 25.11.2021 ab 18 Uhr

Die Anzahl an Bäumen auf der Welt übersteigt die der Menschen bei Weitem. Dennoch ist es der Mensch, der mit Gewalt über den Lebensraum Erde und seine Bevölkerung entscheidet. Weite Teile des Planeten sind der Natur überlassen, während diese sich an anderen Orten der fortschreitenden Zivilisation fügen muss. Dabei ist bekannt, wie wichtig die Wälder für unser eigenes Überleben sind. Der Mensch braucht den Wald zur Selbsterhaltung - der Wald braucht die Gnade des Menschen, um weiter bestehen zu können. Wie bewusst sind wir uns dieser gegenseitigen Abhängigkeit?


Von besonderer Dringlichkeit ist die Beziehung zwischen Mensch und Wald auf einer Halbinsel an der Ostseeküste vor Litauen bzw. Kaliningrad geprägt. Die sogenannte Kurische Nehrung ist an den meisten Stellen nur 2 bis 3 km breit, wodurch alle Lebewesen dort ständig Wind und Meer ausgesetzt sind. Während der Ort im Sommer als schönstes Ferienziel Litauens gilt, beschränkt man sich im Winter auf das Wesentliche.


Der Fotograf setzt in einer stichprobenartigen Porträtreihe Baum und Mensch in Austausch –
auf Augenhöhe. Von den individuellen Betrachtungen (SW-/Farbfilm) geht eine erfrischende und unschuldige Leichtigkeit aus. Die Bewohner:innen zeigen Respekt vor der Natur. Entwickeln sich Zivilisation und Wald mit- oder gegeneinander? Wieviel Kontrolle darf sich der Mensch leisten, wieviel Kontrolle ist für den Erhalt erforderlich?

Max Schaible wurde 1998 geboren, verwirklichte verschiedene Videoprojekte von Kurzfilm bis
Musikvideo, doch fühlte sich stets zur Porträtfotografie hingezogen. Ein studentischer
Auslandsaufenthalt in Litauen im Winter 20/21 reizte ihn, im Rahmen eines Fotoprojekts die litauische Bevölkerung kennenzulernen und zu dokumentieren.

https://www.facebook.com/events/4676827775745017/

Acid Forest
Film von Rugilė Barzdžiukaitė
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03.12.2021 | 19 Uhr

05.12.2021 | 16 Uhr

Filmscreening im Rahmen der Ausstellung "Subjekt und Summe - Porträts von Menschen und Bäumen"

Kannst du dir eine Touristenattraktion vorstellen, zu der Menschen kommen, um einen toten Wald zu sehen? Wo sie nicht nur Beobachter:innen sind, sondern umgekehrt auch von schwarzen Vögeln beobachtet und gehört werden?

Früher gab es an diesem Ort einen uralten Kiefernwald, doch dann landeten dort einige Kormorane. Jetzt gibt es Tausende dieser Vögel und sie töten die Kiefern, indem sie... scheißen. Die menschlichen Beobachtungen und Reaktionen auf diese Umgebung sind so vielschichtig und bizarr wie die Geschichte des Waldes selbst.

Der Film spielt auf der Kurischen Nehrung, einer landschaftlich sehr reizvollen Halbinsel in Litauen, die auf der einen Seite von der Ostsee und auf der anderen Seite vom Haff begrenzt wird. Sie gehört zum UNESCO-Kulturerbe und ist reich an natürlichen Ressourcen und erstklassigen Badeorten. Für viele Menschen ist die Kormoran-Kolonie ein schwarzer Fleck in einer paradiesischen Umgebung.

"Abgesehen von der Haupthandlung habe ich mich auf spielerische Dialoge konzentriert, um zu zeigen, wie eine Reihe von politischen Fragen, historischen Erzählungen, Migrationsvektoren und filmischen Erfahrungen in die menschlichen Projektionen der Natur eingreifen. Ich hoffe, dass dies dazu beigetragen hat, dass das Umweltparadoxon von Acid Forest zu einer Metapher für die surreale Welt wurde, in der wir leben" - sagt Rugilė Barzdžiukaitė, die Regisseurin des Films.

Trailer zum Film: https://neonrealism.lt/acid-forest/

https://www.facebook.com/events/254948963175171

UNDER THE
SURFACE_REFRESH EVENT

 
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26.11.2021
 

Im Rahmen der Ausstellung Subjekt und Summe findet die Veranstaltung UnderTheSurface_Refresh Event bei uns statt. Das tschechisch-deutsche Projekt beschäftigt sich mit dem Thema Braunkohlenbergbau und ihrer natürlichen und gesellschaftlichen Folgelandschaft.

14:00 Eröffnung der Installation SOL(i)D
14:30 - 15:30 Workshop Verbindung durch den KörperGeist
16:00 Diskussion

Installation SOL(i)D (Laufzeit bis 05.12.)

Wie sehen die Machtverhältnisse aus, wenn ein Unternehmen in die Umwelt eingreifen will? Wessen Selbsterhaltungstrieb ist hier relevanter für die Gesellschaft, die des Unternehmens oder der Natur? Wie gehen wir mit dieser Ungleichheit der Kräfte um, und auf welche Hindernisse stoßen wir ständig, die eine offene und gesunde Diskussion verhindern?

Die Installation SOL(i)D von Kateřina Szymanski spiegelt den sanften und sensiblen Tätigkeitsdrang von Julius Kraft - als Naturwissenschaftler, Umweltschützer und vor allem als Individuum - wieder. Als Einzelperson hat man gegenüber einem großen Investor kaum Chancen, in einen Dialog zu treten und ein sensibles und respektvolles Landschaftsmanagement zu erreichen. Krafts Ziel ist es, die Natur einfach Natur sein zu lassen. Er streift durch das Gelände auf der Suche nach gefährdeten Tier- und Pflanzenarten, um sie dann in Datenbanken gefährdeter Arten einzutragen. Der Investor ist dadurch gezwungen, auf diese Tatsache zu reagieren. So werden umweltzerstörende Handlungen zumindest verlangsamt und kompliziert.
Können aber dadurch die Pläne, die lokale Lebensräume gefährden, wirklich gestoppt werden?

Verbindung durch den KörperGeist - Workshop mit Natascha Noack

Wenn Perspektiven, Motive und Werte unvereinbar erscheinen, wird es zu einer großen Herausforderung, sich respektvoll zu begegnen (oder überhaupt zu verbinden). Die Verbindung ganz aufzugeben, war jedoch immer nur für diejenigen eine Option, die von Gewalt und Grabenkämpfen profitieren. Was also tun? Wir wollen Verbindung über den Körper erforschen (Verbindung zu uns selbst, zu einem Partner, zu einer Gruppe und zu dem, was uns umgibt), um neue Wege zu entdecken und alternative Strategien entwickeln zu können...

Die Installation wird von einer Diskussion mit Vertretern aus Wissenschaft und Kunst, Kateřina Szymanski (CZ), Kristyna Svobodova (CZ/DE) und Natascha Noack (DE) begleitet. Sie sprechen darüber, wie unterschiedlichen Disziplinen eine gemeinsame Sprache gegen die Zerstörung finden können, um ihre Anliegen der Öffentlichkeit zu vermitteln.

Das Projekt wird vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds unterstützt, Studio ALTA und Bazaar Festival.

https://www.facebook.com/events/1298801077206344/